Glasfaserausbau in Nesselbrunn

Am 7. Mai 2026 haben die Bauarbeiten begonnen: Bagger, LKWs und Bauarbeiter sind in Nesselbrunn, um Glasfaserkabel bis in jedes Haus zu verlegen. Für den Ortsteil beginnt damit eine neue Ära bei der Internetversorgung. Die Arbeiten im Dorf dauern voraussichtlich eineinhalb bis zwei Wochen.

Baufahrzeuge zum Glasfaserausbau in Nesselbrunn, 7. Mai 2026
Baustart in Nesselbrunn – 7. Mai 2026

Wer steckt dahinter?

Der Ausbau ist kein eigenwirtschaftliches Telekom-Projekt, sondern Teil des bundesweiten Graue-Flecken-Programms für den geförderten Breitbandausbau. Hinter dem Vorhaben stehen:

  • Auftraggeber: Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • Bauausführung: Deutsche Telekom
  • Projektpartner: Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH und Gemeinde Weimar (Lahn)
  • Ausbaugebiet: Allna, Kehna, Nesselbrunn, Weiershausen sowie außenliegende Siedlungsbereiche

Was bedeutet „Glasfaser bis ins Haus"?

Bislang endete die Glasfaser meist am grauen Verteilerkasten an der Straße – das letzte Stück bis zum Haus lief weiter über Kupferkabel und bremste die Geschwindigkeit. Beim jetzigen Ausbau (FTTH – Fiber To The Home) wird die Glasfaser direkt bis in jedes Gebäude geführt. Das ermöglicht Bandbreiten von bis zu 1 Gbit/s und mehr – zukunftssicher und unabhängig von der Leitungslänge.

Wie läuft der Bau ab?

  1. Tiefbau im Ort – Im Straßennetz werden Leerrohre verlegt, meist im Trenching-Verfahren (schmaler Schlitz im Asphalt).
  2. Hausanschluss – Pro Grundstück wird ein Leerrohr von der Straße bis an das Gebäude geführt.
  3. Glasfaser einblasen – Sobald das Leerrohrnetz fertig ist, wird die eigentliche Glasfaser eingeblasen.
  4. Aktivierung – Im Haus wird die Glasfaser-Anschlussdose gesetzt. Sie wird erst aktiv, wenn ein Tarif beauftragt wird.

Kostenloser Hausanschluss – was steckt dahinter?

Dank der Förderung konnten Grundstückseigentümer im Ausbaugebiet den Hausanschluss ohne Kosten beauftragen – und ohne Verpflichtung, anschließend einen Tarif zu buchen. Das Glasfasernetz ist diskriminierungsfrei (Open Access): Nicht nur die Telekom, sondern alle Serviceprovider können das Netz nutzen – die Anbieterwahl bleibt frei.

Frist verpasst?

Die ursprüngliche Registrierungsfrist für den kostenlosen Hausanschluss endete am 30. April 2025. Wer sich damals nicht angemeldet hat, sollte direkt bei der Telekom nachfragen, ob und zu welchen Konditionen ein nachträglicher Anschluss noch möglich ist: